Die magische Welt der Religion und die Sozialen Strukturen

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Foto de la Sala 4 - El Mundo mágico religioso y la organización social

In der Ausstellung dieses Saales sind zwei Typen aus Lehm geformter Objekte zu besichtigen, es sind die pintaderas, die aus Ton gefertigten Stempel der Ureinwohner, und die ídolos, die anthropomorphen oder auch zoomorphen Figuren.

Die pintaderas sind meist aus Ton hergestellte Stücke, die aus einem mehr oder weniger ebenen Untersatz und einem Stiel oder Griff bestehen, der manchmal mit einem Loch versehen ist. Der Untersatz kann vier- bzw. rechteckig, rund, dreieckig oder karoförmig sein und weist geometrische Ziermotive auf, die mit diversen Gravurtechniken –Einkerben, Einritzen und Abspalten– angebracht wurden und die ganze Siegelfläche einnehmen.

Die wissenschaftliche Debatte, um die Funktion dieser Gegenstände zu erklären, dreht sich um zwei Fragen. Einige Experten behaupten, man habe sie für die Verzierung des Köpers benutzt, indem sie mit Ocker imprägniert auf die Haut gestempelt wurden. Andere wiederum stützen sich auf ethno-archäologische Vergleiche mit nordafrikanischen Völkern –wo sie zur Kennzeichnung von Getreidespeichern benutzt werden–, um eine Nutzung der Stempel als persönliche Identifizierungsmarke vorzuschlagen.

Die anderen Elemente, die uns an die Kultur der Altkanarier heranführen, sind die ídolos. Diese sind anthropomorphe, zoomorphe und andere schwer einzuordnende Abbildungen, zumeist aus gebranntem Lehm hergestellt. Ihre spezifischen Merkmale erlauben es, sie zu den Ausdrucksformen der Glaubenswelt der Ureinwohner zu zählen.

Viele der in den historischen Quellen beschriebenen rituellen Gebräuche wie auch bestimmte archäologische Funde scheinen mit fruchtbarkeitsfördernden Vorstellungen verbunden zu sein. Beispiele hierfür sind manche magisch-religiösen Rituale, die in den Chroniken der Eroberung beschrieben werden, oder die in Höhlenwände eingeritzten umgekehrten Dreiecke –sie kommen an verschiedenen Orten der Insel vor, wie in der Cueva de los Candiles (Artenara) –, die als Darstellung des weiblichen Geschlechtsteils ausgelegt werden. Auch die ídolos sind grösstenteils dieser Glaubenswelt zuzurechnen.

Einige der ausgestellten Menschenfiguren weisen in der Tat besonders ausgeprägte geschlechtsspezifische Merkmale auf, was zu dem Schluss führt, sie stehen in Verbindung zu gewissen Formen eines Fruchtbarkeits- und Vermehrungskultes.

In diesem Saal ist auch eine Nachbildung der Cueva Pintada de Gáldar ausgestellt. Es handelt sich um eine verzierte Höhlenkammer, die zu einem größeren Komplex künstlicher Höhlen gehört, dessen Grundriss auf einem anderen Plan dargestellt wird; der ganze Höhlenkomplex ist Bestandteil einer Siedlung des selben Namens, für welche man schon knapp fünfzig Steinhäuser gezählt hat. An drei Wänden dieser Höhle kann man Abbildungen geometrischer Figuren erkennen, die unter Nutzung von roter und weißer Farbe angebracht wurden, wobei die dunkle Tönung der Höhlenwand auch als chromatisches Element verwertet wurde.

 

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